Montag, 23. Juni 2014

Regeln über Regeln

Vorigen Monat - ziemlich genau zu meinem Geburtstag - haben wir von unserer lieben HOA (Home Owner's Association - sowas wie die Hausverwaltung in unserer Anlage) zuerst eine Karte an der Haustür (sah aus wie ein "nicht stören"-Schild im Hotel) und dann einen "Warning Letter" erhalten in welchem wir mitgeteilt bekamen, dass wir gegen sicherheitsrelevante Hausregeln verstoßen hätten. Den Brief hat übrigens auch unser Vermieter bekommen. Wir haben den Vermieter dann gleich in Kenntnis gesetzt, dass wir den Stein des Anstoßes sofort beseitigt haben - nämlich folgendes "Welcome"-Schild von der Außenseite der Wohnungstür genommen haben...
Problembienchen
Keine Woche später haben wir von der Tochter unseres Vermieters eine Nachricht bekommen, dass ihre Eltern erneut ein Schreiben über einen Verstoß unsererseits gegen die Hausregeln erhalten hätten. In diesem Falle handelte es sich um die Umzugskartons, die auf unserem Balkon standen. Dies sei nicht zulässig, da es gegen die Regelungen verstoße und ggf. mit Zahlung einer Strafgebühr geahndet werden könnte - was uns bis jetzt noch nicht passiert ist. Okay, die Kartons mögen nicht so hübsch aussehen, doch ich darf mal einen Nachbarbalkon als Beispiel anführen:
...aber unser Welcome-Schild ist ein Problem...

Pat und ich waren im Büro unserer HOA und haben unserem Ärger so richtig Luft gemacht. Obwohl das wahrscheinlich nichts gebracht hat, denn die Mädels die dort arbeiten, so haben wir jedenfalls das Gefühl, haben ihre Köpfe nur, damit es nicht reinregnet. Wir haben dann noch nachgefragt, ob sie nichts Besseres zu tun hätten, als solchen Verstößen nachzugehen, obwohl in den Hausfluren und Gängen bei den Autostellplätzen Müll herumliegt, Einkaufswagen im Weg stehen - und womöglich die Autos beschädigt werden, die dort geparkt sind. Außerdem gibt es ja auch Nachbarn, wie beispielsweise unsere Elefantenfamilie von obendrüber, die sich einen Dreck darum kümmern, wenn sie mitten in der Nacht anfangen in der Wohnung auf- und abzuspringen. Diese Beschwerde nahmen die Mädels dann gleich nochmal auf. Wir sagten, dass wir uns irgendwie veräppelt fühlen, welche Prioritäten in dieser Anlage gesetzt werden...

Eine andere Geschichte, die uns seit Monaten genervt hat und ein weiterer Grund dafür ist, dass wir hier nicht mehr allzu lange wohnen bleiben möchten, ist die, dass wir bereits vor Ostern unseren Vermieter gebeten hatten, jemanden vorbeizuschicken, der sich unsere Balkontür bzw. die Fliegenschutztür anschaut und repariert, da diese schwer zu öffnen und zu schließen ging. Der  Handwerker, den unser Vermieter für solche Sachen gerne beauftragt war allerdings eine Zeitlang "out of town", wir erhielten aber seinen Namen (Locus) und seine Telefonnummer und sollten uns mit ihm zwecks Terminvereinbarung in Verbindung setzen. Nach ca. vier Wochen und mehrmaligem Hinterlassen von Nachrichten auf dem Anrufbeantworter - ohne Rückmeldung seinerseits - erreichte ich ihn dann endlich. Er war pampig und eine Terminvereinbarung war nicht möglich. Dies teilte ich auch sogleich der Tochter unseres Vermieters mit, damit sie weiß, dass der Typ nicht sonderlich zuverlässig ist und es nicht an uns liegt, dass die Reparatur noch nicht stattgefunden hatte. Als ich eine weitere Woche später nochmal anfragte, was wir jetzt unternehmen sollen bzgl. der Tür, erhielt ich die Antwort, dass wir laut Locus zum vereinbarten Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen wären und auch telefonisch nicht erreichbar gewesen wären. Ihr Vater hätte aber die Rechnung von Locus trotzdem bezahlen müssen. Wie bitte??? Ich weiß ja nicht, an welchem Örtchen sich der Locus aufgehalten hat, aber bei uns war er definitiv nicht. Ich erklärte ihr, dass der Typ um in unsere Anlage zu kommen, vorher an unseren Sicherheitsleuten vorbei muss und sie bzw. ihre Eltern dies ja erfragen können, denn die führen doch über alles Buch in dieser Anlage. Das sah sie gleich ein und schickte uns am nächsten Tag Name und Telefonnummer von einem der Hausmeister in der Anlage. Vor zwei Wochen kam nun endlich ein Mitarbeiter der HOA, der unsere Balkontür bzw. die Screendoor (Fliegenschutztür) reparierte. Da seit ein paar Tagen das Licht vor unserer Haustür ausgefallen war - die Lichter brennen die ganze Nacht durch - Sicherheit vor allem anderen! - bat ich den jungen Mann darum, die Glühbirne auszutauschen. Er werde das sogleich weitergeben. Nach einer Woche war natürlich nichts geschehen. Lynn, eine unserer lieben Nachbarinnen, die mit ihrem süßen kleinen Hund mehrmals zu Tages- und Nachtzeit Gassi geht und dabei an unserer Haustür vorbeikommt, machte mich auch schon zweimal darauf aufmerksam und gab mir den Tipp, doch bei der Security anzurufen und mich auf den Aspekt Sicherheit zu berufen. Das tat ich dann letzte Woche mit dem Ergebnis, dass ich an die HOA verwiesen wurde, da es sich hierbei um eine Instandhaltung bzw. Reparaturmaßnahme handele. Die HOA habe ich nach mehrmaligen Anrufversuchen nicht erreicht, aber auf den Anrufbeantworter gesprochen. Vielleicht hilft's ja, dachte ich...
Als Pat und ich am Mittwoch Abend von der Arbeit nach Hause kamen, lagen auf unserem Doppelparkplatz (jede Wohnung hat zwei zugewiesene Parkplätze) ungefähr vier bis fünf Papier-Einkaufstüten mit Müll gefüllt. Pat rief sofort bei unserer Security an. Ein netter junger Mann kam nach ca. zehn Minuten und entfernte den Müll. Wir haben es nicht eingesehen, dass wir den Müll wegräumen. Er fragte uns dann, ob er uns noch irgendwie behilflich sein könnte und wir fragten, ob er sich eventuell um den Austausch bzw. die Beschleunigung des Austausches der Glühbirne vor unserer Eingangstür kümmern könnte. Als Antwort erhielten wir, dass der Auftrag bereits geschrieben wurde und die Glühbirne in den nächsten Tagen ausgetauscht werden würde. Wie bitte? Da fragt man sich wirklich, ob bei denen im Oberstübchen noch alles richtig sitzt... Die Bürokratie bei unserer HOA toppt alles!
Die Glühbirne ist übrigens nach über zwei Wochen noch immer nicht ausgetauscht worden...

Wir haben nun übrigens eine Verbündete gegen unsere rücksichtslosen Nachbarn von oben. Als ich am Freitag beim Frühstücken war, bemerkte ich, dass von oben Wasser auf unseren Balkon tropfte bzw. in Bächen lief. Eine halbe Stunde später klingelte es an unserer Wohnungstür Sturm. Eine ältere Dame stellte sich als Nachbarin von unten drunter vor und beschwerte sich, dass ich ja wohl kein Wasser auf ihren Balkon kippen könne und ich solle mich ein wenig zurückhalten beim Blumen gießen. Ich bat sie herein und zeigte ihr, dass auch unser Balkon nass war aber das Wasser aus dem oberen Stockwerk kam und sie sich bitte bei der Nachbarin von oben beschweren müsse. Wir hätten ohnehin schon unseren Ärger mit ihr, da wäre es ja auch schön, wenn sich mal jemand anderes bei ihr oder wenn das nichts hilft über sie bei der HOA beschwert. Wie sie mir sagte, werde sie es bei der Nachbarin oben versuchen und wenn diese nicht einsichtig wäre, würde sie mit dem Problem zur HOA gehen. Sie verabschiedete sich nach ein bisschen Lästern über die Nachbarin von oben und ich hörte ein paar Minuten später, dass oben eine Diskussion stattfand. Die Frau von unten drunter hatte irgendwas auf dem Balkon stehen, was nass geworden sei. Sie war leicht verärgert, das hat man gesehen und auch gehört.  Gerne doch!

Das vergangene Wochenende war vom Soccer geprägt. Wir halten ja in erster Linie zu Deutschland, von da kommen wir ja schließlich. Wir haben aber für die US-Boys in den ersten beiden Gruppenspielen gegen Ghana und besonders gegen Portugal (weil wir den schönen Cristiano halt gar nicht mögen) gefiebert. Das wird sich jetzt aber ändern! Am Donnerstag hoffen wir auf ein "draw" - also "unentschieden". Dann sind beide Teams weiter ohne sich gegenseitig weh zu tun. Klinsi hat sich zwar im US-TV beim Interview auf ESPN explizit dagegen ausgesprochen, aber ein "draw" würde reichen. Sollen sich Klinsi und Jogi halt auf ein Bierchen treffen und das vorher besprechen...
Ich hoffe aber speziell für Miroslav Klose, dass er noch sein 16. WM-Tor schießt, damit er an Ronaldo Luis Nazario de Lima (besser bekannt unter "Ronaldo") vorbeiziehen kann und die Führung in der ewigen Bestenliste übernimmt. 

wir sind für das "Unentschieden" gewappnet
Song of the day: Nas feat. Lauryn Hill - If I ruled the world

Montag, 16. Juni 2014

Schon 261 Tage hier - ein Traum geht weiter...

Nach sieben (7) Tagen und über 70 Stunden arbeiten in der letzten Woche hat Pat heute endlich mal wieder einen freien Tag. Wir haben ihn gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück und Fußball-WM schauen angefangen. Quasi einen Tag Urlaub eingeschoben. Es soll ja Menschen geben, die glauben, wir wären hier auf Dauer-Urlaub... Fehlanzeige!

Die deutsche Nationalmannschaft hat heute Morgen eine gute Vorstellung abgeliefert, 4:0 gegen Portugal. Natürlich gibt es immer Menschen, die was zu meckern haben, aber wir waren zufrieden. Zumal der "schöne" Cristiano "schön blöd" aus der Wäsche geschaut hat. Apropos Wäsche: Angie hat unsere Jungs ja anschließend in der Kabine besucht. Finde ich immer wieder erfrischend, wenn sich die Kanzlerin freut über die Tore der deutschen Nationalelf. Super ist auch, dass Michael Schumacher aus dem Koma erwacht ist. Hat sich bestimmt gewundert, dass schon wieder Fußball-WM ist und wollte seinen Kumpels Unterstützung zukommen lassen. Aktuell spielt die USA ihr erstes Match im World Cup - und sie führten bereits nach 30 Sekunden mit 1:0 gegen Ghana. Danach wurde das Spiel aber etwas langweilig. Daher schreibe ich jetzt noch ein bisschen über unsere letzten Tage und Wochen hier. Jetzt hat die USA mit 2:1 gewonnen. Nach dem heutigen Stand sind wir mit Deutschland Gruppenerster und mit den USA auf dem zweiten Platz. Wenn es nach uns geht, kann es nach der Gruppenphase auch noch so aussehen...

Wir sind jetzt schon seit 261 Tagen hier - unglaublich. Unglaublich, wie schön die Natur hier ist... Da fühlt man sich jeden Tag ein bisschen wie im Urlaub...

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Schatz bedanken, der sich momentan für unseren Traum so gar nicht um seine Gesundheit kümmert. Vorletzte Woche habe ich ihn aber dazu gebracht, dass er zwei Tage nicht arbeiten geht. Er war total erkältet und konnte kaum aus den Augen schauen. Außerdem hatte er sich am Knie wehgetan. Das müssen wir jetzt noch ein bisschen beobachten, damit da nichts zurückbleibt.

Vielen Dank mein Schatz!!! Unseren Traum mit dir zu leben macht echt Spaß! Ich liebe dich!

Da ich mich gerade am Bedanken bin. Vielen Dank an Sandra, die sich seit gut einer Woche um unseren Ernst kümmert. Wir sind echt froh, dass du dich unserem kleinen Racker angenommen hast. Der anderen Sandra möchten wir auch noch einmal unseren Dank aussprechen, die sich mit ihrem Team das vergangene Jahr um ihn gekümmert hat. So sieht wahre Unterstützung aus! An Tina und die Ungerers auch vielen Dank. Wir konnten eure Gründe, dass ihr euch nicht um Ernst kümmern könnt, verstehen. Bei Sandra hat es der Kleine bestimmt gut...

Song of the day: Stefan Raab - Wir kommen, um ihn zu holen (Raabinho Samba Version)

Montag, 26. Mai 2014

Autokauf am Memorial Day Weekend

Endlich! Seit gestern haben wir unser erstes eigenes Auto. Nachdem wir an den letzten 4 Sonntagen in Sachen Autosuche unterwegs waren, haben wir uns nun endlich entschieden und zwar für einen blauen Honda Civic. Wir hatten noch ein paar andere Autos in der engeren Wahl, u. a. einen Subaru Impreza und einen alten 1999er Mercury Mystique, doch letztendlich hat die spritsparendste Variante in unserer Auswahl den Sieg davon getragen.

So sieht das gute Stück aus:



Wir waren von mittags halb zwei bis abends um Viertel nach sieben im Autohaus. Die Verhandlungen liefen nicht so zäh ab, wie uns so manch anderer Auswanderer berichtet hatte. Einerseits hatten wir den Vorteil, dass Albert uns einen Kontakt im Autohaus vermittelt hatte, denn ein Deputy-Sheriff-Kollege von Horst arbeitet für Honda. Andererseits lockten aufgrund des heutigen Memorial Day alle Autodealer mit guten Angeboten.
Nachdem wir uns schnell über Modell und Farbe einig waren, brachten wir die Verhandlungen erfolgreich hinter uns. Unsere Salesperson war eine Frau und sehr sympathisch, was es auch etwas leichter für uns gemacht hat. Wir bekamen gleich eine Versicherung für die ersten dreißig Tage dazu, müssen uns nun also um eine Folgeversicherung kümmern, aber haben dafür einen Monat Zeit. Das gesamte Foyer des Autohauses glich einem Volksfest. Es gab jede Menge zu essen und einen Mann, der Figuren aus Luftballons bastelte. Pat hat mir eine kleine Schildi basteln lassen. Leider ist diese schon "geschrumpft" sonst würde ich sie jetzt noch fotografieren. War aber echt süß!

Der Papierkram dauerte dann etwas länger und war ungemütlicher. Eine Dame aus der Finanzierungsabteilung wollte uns noch in ganz tolle Versicherungspakete locken. Wir blieben standhaft bis auf ein Angebot, welches sämtliche geforderten Inspektionen sowie Öl- und Filterwechsel beinhaltet. Wir mussten dann nochmal fast zwei Stunden auf unser Auto warten, denn es wurde noch gewaschen und vollgetankt. Da es im Autohaus zuging wie auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, dauerte dies etwas, denn wir waren nicht die einzigen Kunden, die ihr Auto gleich mitnehmen wollten. Um ca. halb sieben, nachdem wir uns noch mit dem Ehemann unserer Verkäuferin über die deutschen Army-Stützpunkte und Jägerschnitzel unterhalten hatten, konnten wir dann unser gutes Stück in Empfang nehmen. Die Übergabe hat zum Glück nicht so lange gedauert wie vor knapp vier Jahren in Wolfsburg bei Volkswagen, als wir unseren Golf im Werk abgeholt hatten. Die Einführung in alle technischen Details hatte uns damals bestimmt zwei Stunden gekostet. Nach etwa einer Dreiviertelstunde sind wir dieses Mal vom Hof gefahren. Fred hat zuhause auf uns gewartet und ist dann nochmal mit uns zum Händler gefahren um unseren Mietwagen abzuholen. Da wir ja derzeit noch einen Honda Fit fahren, hätte der zwar gut dorthin gepasst, doch wir geben ihn ja erst nächste Woche ab und wollen ihn dann auch noch so lange wie möglich fahren. Der neue steht dann erst einmal eine Woche in der Garage. Wir haben ja ohnehin zwei Parkplätze zur Verfügung. That was an exciting sunday! Happy Memorial Day to everyone!

Song of the day: Gloria Estefan - Get on your feet

Montag, 19. Mai 2014

Von Delphinen und Walen

Es ist jetzt zwar schon ein paar Wochen her, dass wir unser Weihnachtsgeschenk, Tickets für eine Bootstour zu den Channel Islands, eingelöst haben, aber ich wollte mal darüber berichten.
Fred hatte uns die Tickets geschenkt, damit wir unsere "neuen Nachbarn" kennen lernen sollen. Obwohl wir bis Februar (Alex) bzw. März (Pat) nicht gearbeitet haben, hatten wir es immer wieder versäumt, eine Bootsfahrt zu buchen. Als wir dann beide schon Arbeit hatten, wurde die Terminfindung etwas schwieriger. Am letzten Montag im März war es dann soweit. Den Sonntag haben wir bereits Karin besucht und hatten unser obligatorisches Lunch mit ihr (Tacos von Taco Bell). Anschließend waren wir bei Fred und haben mit ihm und seiner lieben Nachbarin May, die ihren Sohn aus Hawaii zu Besuch hatte, geklönt. Nach einer Nacht in Freds Haus ging es am nächsten Morgen zum Frühstücken an den Camarillo Airport. Dort gibt es ein nettes Café, von wo aus man direkt auf das Rollfeld blicken kann und den Flugzeugen beim Starten und Landen zuschauen kann. Nach einer sehr leckeren Stärkung (Pat hat mal wieder lecker French Toast gegessen, ich hatte ein Omelette) ging es für uns dann nach einem kurzen Abstecher in die Premium Outlets und zum Tanken bei Costco zum Hafen in Oxnard. Unsere Tour sollte um ein Uhr mittags starten und ca. 2 Stunden dauern. Da die vorherige Tour, die um neun Uhr morgens gestartet ist, jedoch verspätet wieder kam und die Passagiere auch noch vom Schiff runter mussten, ging es für uns erst um kurz vor halb zwei los. Erst einmal hinsetzen, nochmal eincremen. Wir hatten zum Glück - so wurde es vom Veranstalter empfohlen, mehrere Schichten an. Zunächst war es auch ein wenig windig auf dem Meer. Wir ließen also unsere Windjacken an. Zum Glück, denn ich hatte am Abend einen schönen Sonnenbrand im Gesicht - trotz Eincremens. Hätte ich die Arme freigehabt, wäre ich dort auch rot gewesen.

Im Hafen

Warten auf unser Boot

Wir haben dann nach ungefähr einer halben Stunde Fahrt, denn man muss ja erst einmal ein bisschen weg sein vom Festland, einen riesigen Schwarm Delphine gesehen, die neben unserem Schiff hergeschwommen sind. Die Aufregung auf dem Schiff war groß. Sie sind ja auch niedlich anzuschauen, aber leider mit einer durchschnittlichen Pocketkamera schwierig zu erwischen. Aber ein paar Schnappschüsse habe ich dann doch machen können. Da wünschen wir uns doch manchmal eine digitale Spiegelreflexkamera...

Die Möwen sind ganz aufgeregt...

unsere ersten Delphine...


und noch ein schönes Kerlchen...

amazing...










Der Sohn des Kapitäns, der mithalf, das Boot zu steuern und die Anker warf, erzählte uns dann auch, dass das Lieblingsessen der Wale "Krill" sei. Das war ein echt witziges Kerlchen. Er hatte es trotz seines jungen Alters (er war ungefähr zwölf) richtig drauf. Schön, wenn die jungen Leute noch für Sachen zu begeistern sind... Ich höre mich ganz schön alt an...

da tauchte der Wal gerade wieder ab...

schaut aus wie ein U-Boot...
Nach einer weiteren Viertelstunde haben wir dann noch einen Buckelwal gesehen. Pat und ich waren uns nicht ganz sicher, ob es immer derselbe war, den wir da verfolgten.
und noch einmal von der Seite...
Nachdem wir den Wal ein wenig "verfolgt" hatten - der Kapitän sagte immer wieder, dass er noch ein bisschen rausfährt, eventuell bekämen wir dann noch einen weiteren zu sehen, sind wir dann so gegen halb vier wieder zurückgefahren. Wir waren um kurz nach vier Uhr wieder im Hafen. Gut, dass nach uns nicht noch eine Bootstour anstand. Die Leute hätten dann ganz schön warten müssen... Bevor wir nach Hause gefahren sind, haben wir uns noch jeder einen Milchshake bei In-N-Out-Burger geholt.









auf dem Rückweg...
Es waren zwei tolle freie Tage. Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, versuchen Pat und ich unsere "leisure time" so angenehm wie möglich zu gestalten. Und hier in Südkalifornien haben wir viele Möglichkeiten, dies auch zu tun. Es muss auch nicht immer viel Geld kosten. Vielen Dank an Fred noch einmal für das tolle Weihnachtsgeschenk! It was amazing...







Song of the day: Smoke City - Underwater Love

Montag, 5. Mai 2014

Der Alltag ist eingekehrt...

Sorry, ich war etwas schreibfaul in den letzten Wochen. Das lag aber unter anderem daran, dass wir nun beide arbeiten und daher nicht so viel Zeit haben. Jaja, wir haben viel zu tun.
Außerdem ist der Alltag bei uns eingekehrt und es passiert nicht dauernd etwas Neues. Aber über das, was unseren Alltag in den letzten Wochen so ausmacht, wollte ich heute ein bisschen berichten.

Seit ca. 7 Wochen arbeitet Pat nun schon im Lager einer Firma, die für Events (Feiern wie Hochzeiten, Geburtstage, Feiern im Filmbusiness, große Firmenfeiern etc.) Geschirr, Deko und Möbel verleiht. Er füllt dort z. B. Salz- und Pfefferstreuer auf, poliert Kerzenständer und Geschirr. Wir haben schon unsere Witzchen darüber gemacht - "vom Tellerwäscher zum Millionär" - wer weiß, an der Lotterie nehmen wir hier auch regelmäßig teil. Mit einem Dollar pro Kästchen kann man derzeit über 80 Millionen Dollar gewinnen.
Auch ich habe für drei Tage in derselben Firma als Tellerwäscherin gearbeitet. Ich war in einer Gruppe mit ca. 10-15 Frauen und habe Gläser poliert und schmutziges Geschirr gespült. Da die Frauen bis auf eine ausschließlich der spanischen Sprache mächtig waren, habe ich am zweiten Tag - im wahrsten Sinne des Wortes - das Handtuch geworfen. Ich konnte mich nicht verständigen und die Frauen haben auf Spanisch auf mich eingeredet. Ich habe dann irgendwann auf Deutsch geantwortet.  Als sie erfuhren, dass ich "aleman" bin, haben sie mich gleich nach "Hitler" gefragt und ihn als "mal" bezeichnet. Komisch, den kannten sie...

Ich bin dann wieder zurück in den kleinen deutschen Laden - auch German Deli genannt - und stehe dort hauptsächlich hinter der Wurst- und Käsetheke, schneide Wurst und Käse, mache Sandwiches und zeichne Waren aus. Wir haben eine gute Vielfalt an deutschen Produkten. Aber Pat und ich sind dafür noch nicht lange genug weg aus Deutschland, um die höheren Preise zu bezahlen. Also verzichten wir darauf, Kinderriegel für beispielsweise 7,95 Dollar zu kaufen. Man muss natürlich dazu sagen, dass die Waren alle über einen Zwischenhändler aus Deutschland importiert werden. Es fallen Transportkosten und natürlich auch Zölle an. Daher sind die Preise entsprechend hoch. Zwei lustige Sachen muss ich noch erzählen: Ich mache Sandwiches. Man kennt ja eine gute Leberwurst oder Aufschnitt (Wurstsorte mit U - Uffschnitt). Eines unserer beliebtesten Sandwiches ist ein "Mixed Cold Cuts". Hier kommen drei verschiedene Varianten der typisch deutschen Wurst drauf. Grundsätzlich kann man auch andere Wurstsorten wie Schinken, Salami oder aber auch Headcheese (wird je nach Region als Presskopf, Schwartenmagen oder Sülze bezeichnet) oder "richtigen" Käse auf sein Sandwich bekommen. Wir legen auf ein solches Sandwich sage und schreibe ein Viertel eines amerikanischen Pfundes, entspricht etwa 113 Gramm Wurst. Es gibt Menschen, die sagen, sie bekämen davon eine sogenannte Maulsperre. Es gibt aber Kunden, die wünschen die doppelte Menge an Wurst. Ich kann es nicht fassen. Davon würden Pat und ich mindestens eine ganze Woche unsere Mittags-Brote belegen...
Ach ja, in der vorletzten Woche hat jemand Pat's Lunch geklaut. Ich mache ihm morgens immer ein paar belegte Brote - so wie wir das aus Deutschland kennen, mit ein bisschen Käse oder Salami - und damit meine ich ein paar Scheiben pro Brot. Das ist den amerikanischen und mexikanischen Kollegen wohl exotisch und verführerisch vorgekommen. Die essen Burritos oder eben solche fetten Sandwiches wie oben beschrieben zum Mittag. Seit dem Brotklau haben wir jetzt Pat's Lunchtüte folgendermaßen gekennzeichnet: "¡¡NO TOCAR!!" - was auf Spanisch soviel heißt wie "nicht anfassen!!"

Das mit dem umgekehrten Ausrufezeichen weiß ich noch aus meinem Spanisch-Unterricht in der 11. Klasse - ¡Gracias Señor Gaar!

Pat arbeitet von Montag bis Freitag jeweils von sieben Uhr bis halb vier. Ich fahre ihn morgens immer zur Arbeit und hole ihn am Nachmittag wieder ab. Ich arbeite von Dienstag bis Freitag jeweils von 9 bis 6 Uhr (unterbrochen durch die knappe Stunde, wenn ich Pat abhole) und Samstag von 8 bis 5 Uhr. Der Sonntag ist uns somit heilig. Er ist unser einziger gemeinsamer freier Tag. Den genießen wir auch richtig. Wir schlafen lange, was bedeutet, dass Pat bereits um 7 Uhr aufsteht. Da er unter der Woche ja nur bis 5 Uhr schlafen kann, ist das lange für ihn. Ich drehe mich dann meistens nochmal um und schlafe bis 9 Uhr. Wir frühstücken dann schön gemütlich. Manchmal bringe ich ein bisschen was aus dem Laden mit (z. B. ne leckere Schwarzwälder Salami oder Nussschinken). Man gönnt sich ja sonst nichts - und das stimmt auch. Aber wir genießen unser Leben hier, das unserer Meinung nach entspannter ist, da wir hier viele schöne Dinge, die nichts kosten, erleben. Wir können z. B. einfach vor die Tür gehen und haben das allerschönste Wetter. Okay, manch einer würde bei über 30 Grad im Schatten und verspäteten Santa-Ana-Winden eventuell sagen, es sei zu heiß, doch wir ziehen dieses Wetter einem regnerischen und kalten Wetter in Deutschland vor. Wir können z. B. zum Strand fahren, wenn wir wollen - und Zeit haben. Das dauert vielleicht 20 bis 30 Minuten (je nach Verkehrslage). Gestern waren wir bespielsweise mal wieder am Venice Beach. Einfach mal die gute Meeresluft einatmen - unbezahlbar!
On the beach...
Unser nächstes Projekt, neben der Weiterentwicklung was unsere Jobs angeht, was aber nebenbei läuft, ist die Anschaffung eines eigenen Autos. Wie ich hier ja schon berichtet habe, sind wir immer noch mit dem Mietwagen unterwegs - mittlerweile haben wir unseren sechsten Mietvertrag und schon den achten Wagen, da wir ja mehrmals tauschen mussten wegen nicht aufgepumpten Reifen, anstehenden Wartungsarbeiten und einmal, weil uns das Auto nicht getaugt hat, da es zu sportlich war. Nachdem man uns am Anfang kein Auto verkaufen wollte bzw. die für uns wichtige Probefahrt verwehrt blieb, wie ich ja bereits berichtet habe, hatten wir dann, weil sich die Jobsuche doch sehr lange hinzog, nicht mehr das passende Kleingeld, weil wir unser tägliches Leben von unserem Ersparten bestreiten mussten. Nun, da wir beide Jobs haben, nahmen wir gestern die Suche nach einem Auto wieder auf. Wir haben uns mittlerweile für die Variante Leasing entschieden. Es hat mehrere Vorteile: Wir müssen zwar - ähnlich wie beim Mietwagen - eine Art Mietgebühr für das Auto zahlen, haben dann aber ein neues Auto mit allen Garantien und Wartungen. Die Kosten fallen nicht auf einmal an wie beispielsweise bei einem Barkauf. Wir haben den Vorteil, nach der Leasingdauer von z. B. drei Jahren ein anderes Auto zu kaufen oder zu leasen. Wer weiß, ob wir das Auto, dass wir jetzt wollen, in über drei Jahren überhaupt noch haben möchten... Unser Creditscore, der bei Leasing und Finanzierung herangezogen wird, ist in den über sieben Monaten, seitdem wir hier fleißig mit Kreditkarten zahlen und diese fristgerecht abbezahlen, mittlerweile bei der gewünschten Höhe. Auch dürfte es im Sommer, wenn wir uns nach der Suche nach einer neuen Unterkunft machen, kein Problem mehr sein, den Zuschlag für unsere Traumwohnung oder unser Traumhaus (in bezahlbarem Rahmen natürlich) zu bekommen.

Song of the day: The Bangles - Manic Monday